Der Betrieb

So begann´s...

Unser Betrieb ist kein typischer traditioneller "Bauernhof", der seit mehreren Jahrzehnten von Generation zu Generation weitergeführt wurde, sondern eigentlich ein noch recht junger Betrieb.

 

Meine Eltern haben in den 70er Jahren ihr Wohnhaus hier in Rodenäs errichtet und einen Viehhandel betrieben. Es gab keine Stallungen oder anderweitige landwirtschaftliche Gebäude, sondern lediglich ein Vieh-Hock zum Sortieren und Verladen von Rindern. 1996 wurde eine Halle errichtet, um gehandelte Tiere zunächst am Standort zu halten. Mein Vater verkaufte sie dann als Viehhändler zu einem späteren Zeitpunkt an andere Landwirte weiter.

 

Ich entschied mich nach der Schule zunächst für eine Lehre zum "Metallbauer in Konstruktionstechnik" und schloss diese dann im Jahr 2000 ab. Da ich meinen Vater in seinem Viehhandel gleichzeitig täglich unterstützte, gewann der gute Umgang mit den Tieren für mich immer mehr an Bedeutung und mein Interesse an der Landwirtschaft wuchs stetig. So begann ich im selben Jahr noch mit der Ausbildung zum Landwirt. 2002 hatte ich diese abgeschlossen und wechselte nun für 1 Jahr an die Berufsfachschule für Landwirtschaft in Bredstedt. Ein weiteres Jahr verbrachte ich dort an der Höheren Landbauschule und absolvierte im Jahr 2004 die Prüfung zum staatl. gepr. Agrarbetriebswirt. Während meiner Ausbildungszeit bauten wir bereits die Landwirtschaft weiter aus und auch immer mehr eigene Rinder kamen hinzu, so dass parallel zum Viehhandel ein landwirtschaftlicher Betrieb entstand.

 

2011 zogen meine Frau Andrea (Lehrerin an einer benachbarten Schule) und ich auf den Hof und meine Eltern zogen auf ihre Abnahme. Weitere Hallen zur Lagerung von Heu und Stroh und zum Unterstellen von Maschinen wurden gebaut. Nebenbei wuchs die Anzahl der Mutterkühe stetig an und auch der Ackerbau wurde immer weiter ausgebaut.

Unser Betrieb vor der Umstellung:

Unser Betrieb ist ein reines Familienunternehmen ohne fremde Arbeitskräfte. Der Viehhandel wurde mit den Jahren immer weiter abgebaut, so dass wir zum heutigen Zeitpunkt lediglich die Landwirtschaft betreiben.

 

Im Herzen unseres Betriebes stehen unsere Rinder (Mutterkühe, Kälber, Färsen, Bullen), die täglich versorgt und beaufsichtigt werden. Die Tiere erhalten lediglich Futter aus unserem eigenen Futteranbau auf unseren naheliegenden Flächen. Hier ernten wir Heu, Heulage und Silage als Futter für unsere Tiere.

 

Auf unseren Ackerflächen werden Weizen, Gerste, Raps und Hafer angebaut. Das Korn wird größtenteils an den hiesigen Landhandel zum aktuellen Tagespreis vermarktet.

 

Zeit für Veränderungen...

Durch die immer stärker werdende Abhängigkeit vom globalen Weltmarkt und der Industrie sind die landwirtschaftlichen Produkte extremen Preisschwankungen ausgesetzt und werden leider des Öfteren unter ihrem Wert verkauft. Hinzu kommt, dass nach Deutschland importiertes Fleisch zu Dumpingpreisen in den Discountern von den Endkunden erworben werden kann. Bei diesen Produkten ist es zudem nicht ersichtlich, wie die Tiere zuvor gehalten worden sind und welche Umwelt- und Tierschutzauflagen in den Exportländern gelten.

 

Als Landwirt konkurriert man mit vielen anderen Ländern, die wesentlich geringeren Auflagen nachkommen müssen und hierdurch deutlich billiger produzieren können. Stetig steigende Produktionskosten und immer strenger werdende Vorgaben seitens der landwirtschaftlichen Politik haben zur Folge, dass man selbst häufig nicht kostendeckend produzieren kann und Geld an seinem eigenen Produkt (Fleisch, Getreide usw.) verliert.

 

Dies war für uns nicht mehr zufriedenstellend und wir überlegten, wie wir aus diesem System "fliehen" konnten. Wir wollten etwas ändern, um unsere Erzeugnisse auf dem freien regionalen Markt zu fairen Preisen anzubieten. Zusätzlich interessierte es uns, wo unsere Produkte abbleiben.